Posted On 5. September 2015 By In Events, Katastrophenhilfe With 1845 Views

Was ist gut an Europa?

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What’s Europe?

Was ist gut an Europa? Was ist gut in Europa? Was funktioniert? Wie kann das bekannter werden?

Dieser Frage geht der Verein „We are Europe“ nach. In diesem Zusammenhang stellt er Erfolgsprojekte vor. Eines dieser Erfolgsprojekte ist die „ESA“ (European Space Agency), die Europäische Weltraumbehörde mit Sitz in Paris (WWW.esa.int/About Us/ESOC, vgl. auch insgesamt, Die ESA stellt sich vor. Europa im Weltraum, European Space Agency 2013).

Unter Leitung des Staatssekretärs Dr. Jens Baganz und des Klaus Scherer konnte im August 2015 von einer Gruppe aus NRW das Raumfahrtzentrum der ESA in Deutschland, das ESOC (European Space Operations Centre) in Darmstadt besichtigt werden. Das ESOC ist das Kontrollzentrum der ESA. Seit 1967 ist es für den Betrieb der ESA Satelliten verantwortlich. Es ist in der Lage bis zu fünfzehn Satelliten gleichzeitig zu kontrollieren.

Nach dem Sputnik Schock und der Hündin Leica im Weltraum, wollten nicht nur die USA, sondern auch Europa in Gestalt der Europäischen Union (heute plus Schweiz und Kanada) den technologischen Rückstand aufholen und schlossen sich zur gemeinsamen Weltraumbehörde ESA zusammen. Während die Raketen im europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch Guayana (zwischen Regenwald und Atlantikküste Südamerikas gelegen) starten, erfolgen wesentliche Steuerungsprozesse in Darmstadt. Der Standort war ausgewählt worden, weil die dortige Universität (TU) Anfang der 60erJahre über die leistungsfähigsten Rechner Deutschlands verfügte. 1962 wurde dort der erste Großrechner installiert.

Derzeit stellt sich die ESA mit dem Programm Cosmic Version auf die nächsten zwanzig Jahre ein. Das Programm soll u. a. aufdecken, ob andere Welten existieren, die Bedingungen für die Entstehung von Planeten und Leben erforschen und das Funktionsprinzip des Sonnensystems erkunden. Nach neuesten Erkenntnissen ist unser Sonnensystem vor unvorstellbaren 4600 Millionen Jahren entstanden. Es wurden sehr erfolgreiche Forschungsmissionen gestartet. Mars Express hat Wasser auf dem Mars entdeckt. Die ESA Raumsonde Huygens ist auf dem Saturnmond Titan gelandet. 2022 wird JUICE zum Jupiter dem größten Planeten des Sonnensystems fliegen.

Rosetta erkundet den Kometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko [vulgo „Tschuri“]. Der Name ist vom Stein von Rosette – englisch Rosetta Stone – abgeleitet, der aufgrund seiner Dreisprachigkeit anhand des bekannten Griechischen die Entzifferung der vorher unlesbaren ägyptischen Hieroglyphen ermöglichte. Die Rosetta Mission geht der Frage nach, ob Kometen für das Wasser auf der Erde verantwortlich sind. Ohne Wasser gibt es kein Leben. Nach drei Tagen ohne Wasser muss der Mensch sterben. Ein Modell von Rosetta steht auf dem ESOC Gelände und wird für Simulationen genutzt. Aufgrund nicht ganz optimaler Landung können Rosettas Sonnenkollektoren nur in eingeschränktem Maße die Forschungsgeräte mit der notwendigen Energie versorgen. Aber eigentlich ist es bei der Entfernung ein Wunder, dass die Daten überhaupt zeitnah an die Erdstation gelangen. Bekannt ist auch das Weltraumteleskop Hubble, das u. a. die Umgebung der schwarzen Löcher untersucht.

Aber auch in der Beobachtung der Erde hat die ESA eine führende Stellung. Die ESA Satelliten erweitern das Wissen über Wetter und Klimawandel. Die Erdbeobachtung aus dem Weltraum ist eine äußerst wichtige Informationsquelle für Wissenschaftler und Entscheidungsträger. Auf der Grundlage einer derartiger gesicherten Datenbasis sind effiziente Reaktionen auf Umweltveränderungen und Sicherheitsprobleme möglich. Diese Informationen müssen schnell und kostengünstig ubiquitär verfügbar und praktisch nutzbar sein. Dies ermöglicht GMNES (Global Monitoring of Environment and Security), eine gemeinsame Initiative von EU und ESA mit der Aufgabe, Umwelt- und Sicherheitsdaten zu erheben und zu verwalten. Ein weiteres Erfolgsmodell der Forschung ist die Satellitennavigation, die Ortung aus dem Weltraum, die für jegliches Krisenmanagement schon heute von erheblicher Bedeutung ist. Die nationale Behörde (DLR/ Deutsches Luft- und Raumfahrtzentrum) befindet sich in Oberpfaffenhofen in Bayern. Auf der Internet Seite der DLR finden sich die Bilder zur Mission von Rosetta (http://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10726/#gallery/20223).

Den Weg in den Weltraum finden die Trägerraketen Ariane (1-5). Das Ariane Programm startete 1973 und führte die EU an die Weltspitze. Die Schwerlastträgerrakete Ariane 5 kann fast 10 Kilogramm Nutzlast in den geostationären Umlaufbahnen absetzen. 1983 flog mit Ulf Merbold der erste ESA-Astronaut in Weltall. Der erste Deutsche im Weltraum war allerdings der DDR Astronaut Siegmund Jähn im Jahre 1978 (Soyuz 31).

Soweit die Fakten, von einem sehr informativen und lohnenden Besuch.

Wie sagt „We are Europe“ „Europa fehlt eine eigene Geschichte? Stimmt. Aber schreiben wir sie doch! – Europa findet man nicht in Brüssel. Europa findet man nebenan. Wir zeigen Ihnen

…“ . ESOC ist bestimmt ein Erfolgskapitel der Geschichte und mir gefällt dieser positive Ansatz. Wie schön wäre der weitere Beginn einer Erfolgsgeschichte.

Eine weitere Erfolgsgeschichte sind die Europäischen Gemeinschaftsverfahren, i. B. das EU Gemeinschaftsverfahren/ Katastrophenschutzverfahren. Dieses Europäische Gemeinschaftsverfahren hat das Ziel, die Koordination des Einsatzes der nationalen Katastrophenschutzdienste bei schweren Notfällen zu optimieren. Es bündelt die Kompetenzen seiner Mitgliedsstaaten und koordiniert den Einsatz der Bevölkerungsschutzkräfte bei Großkatastrophen oder besonders schweren Unfällen. Kern des Gemeinschaftsverfahrens ist das MIC (Monitoring and Information Center) in der Generaldirektion Umwelt der europäischen Kommission. Deutsche Kontaktstelle ist das GMLZ (gemeinsames Melde- und Lagezentrum) beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn.

Last not least nimmt „We are Europe“ sich auch brandaktuell/zeitlosen Themen an. Vor 2500 Jahren hat der Vater des Dramas, der griechische Dichter Aischylos mit den „Schutzflehenden“ ein Drama geschaffen, das Flucht und Vertreibung zum Thema hat. Kostas Papakostopulos, der Chef des Kölner Bauturm Theaters, hat daraus eine eigene Inszenierung geschaffen, die am 20. September 2015 zum ersten und einzigen Mal im Düsseldorfer Schauspielhaus aufgeführt wird. Hier wird Aischylos Drama auf das aktuelle Situation in Europa übertragen. Nach der wohl herrschenden Auffassung handelt es sich um das älteste überlieferte griechische Theaterstück überhaupt (uraufgeführt ca. 466 vor Chr.). Tenor des Stückes ist, dass trotz aller drohenden Kriegsgefahren die Humanität zu Recht siegt. Vor zwei Jahren benutzte die Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek das bis dahin relativ unbekannte Stück als Grundlage für ihr Werk „Die Schutzbefohlenen“, das die menschenunwürdige Unterbringung von Flüchtlingen in Österreich am Beispiel eines Protestlagers in der Wiener Votivkirche im Jahre 2012 (Refuges Protest camp Vienna) thematisiert und sich mit der herrschenden Flüchtlingspolitik (geheuchelter Menschenrechtsdiskurs) auseinandersetzt, Uraufführung Mannheim Mai 2014. Was könnte aktueller sein?

Photo by europeanspaceagency

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